Der japanische Finanzminister Katayama warnt vor einem Leerverkauf des Yen: Wir haben eine „Wechselkursdominanz“ und niedrige Zinsen werden kein Wirtschaftswachstum ermöglichen
Der Yen wertete nach der Erhöhung der Zinssätze ab. Katayama warnte, der Markt habe sich verrechnet. Japan hatte sich bereits im Mai mit den USA auf eine „Ermessensbefugnis“ zum Eingreifen geeinigt. Er wies auch darauf hin, dass die niedrigen Zinsen in den letzten drei Jahrzehnten kein Wirtschaftswachstum ermöglicht hätten, was darauf hindeutet, dass Japan die Zinsen erhöhen und den Yen aufwerten werde.
(Vorläufige Zusammenfassung: Vollständiger Text der Erklärung der Bank of Japan: Zinssätze um 25 Basispunkte anheben und weitere Anpassungen in der Zukunft in Betracht ziehen)
(Hintergrundergänzung: Signal für die Talsohle des japanischen Yen? Morgan Stanley warnt: Der Yen wird Anfang 2026 um 10 % aufwerten, und die Renditen von US-Anleihen sind stetig gesunken)
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Die Bank of Japan erhöhte am vergangenen Freitag den Leitzins auf 0,75 %, ein Rekordhoch von 30 %. Die Außenwelt glaubte, dass dies den langfristigen Schatten der Deflation umkehren könnte, rechnete jedoch nicht damit, dass der Yen-Wechselkurs seine Abschwächung beschleunigen würde. Finanzminister Katayama warnte den Markt am 22. Mai direkt und betonte, dass Japan die „Ermessensbefugnis“ habe, jederzeit in den Markt einzutreten, und verwies als Unterstützung auf die im September mit der Trump-Regierung unterzeichnete Vereinbarung, die die offizielle Entschlossenheit zum Schutz des Marktes zeige.
Diese Bewegungen (kurz gegenüber dem Yen) basieren eindeutig nicht auf Fundamentaldaten, sondern auf Spekulationen.
Zinserhöhung scheiterte: Zurückhaltender Ton löst Ausverkauf aus
Am 19. Dezember kündigte die Bank of Japan in einer Grundsatzerklärung eine Zinserhöhung an, aber die milde Aussage von Präsident Kazuo Ueda auf der Pressekonferenz ließ die Anleger davon ausgehen, dass es kurzfristig keine größeren Schritte geben wird. Diese „lockere Zinserhöhung“ löste schnell eine Verkaufswelle aus, und der Wechselkurs fiel einmal unter die Warnspanne von 160 Yen pro Dollar. Katayama May beschrieb den aktuellen Trend als „eindeutig losgelöst von den Fundamentaldaten“ und nannte Spekulationsfonds als Hauptgrund.
„Ermessensspielraum“ zeigt das Schwert: Verbale Intervention hat erste Auswirkungen
Katayama enthüllte, dass die im September mit US-Finanzminister Bessent unterzeichnete gemeinsame Erklärung bestätigte, dass Japan „zuerst handeln und später berichten“ kann, wenn der Wechselkurs übermäßig schwankt. Sie sagte in einem Interview mit Bloomberg:
Das bedeutet, dass wir losgelassen haben.
Diese Bemerkungen kommen einer Warnung an Leerverkäufer gleich und werden vom Markt als „Katama Put“ interpretiert. Sobald die Nachricht bekannt wurde, erholte sich der Yen von einem Höchststand von 160 auf etwa 156,86, was darauf hindeutet, dass die Begeisterung der Anleger, auf eine Abwertung zu wetten, vorübergehend nachließ.
Druck zur fiskalischen Expansion: Renditen steigen auf 27-Jahres-Hoch
Es gibt tiefere Zweifel hinter der Schwäche des Yen: Das Kabinett von Takaichi Sanae schlug den größten Haushalt in der Geschichte von 120 Billionen Yen vor, von denen 18,3 Billionen Yen für Preissubventionen und den Ausbau der Verteidigung verwendet werden sollen. Riesige Ausgaben haben die Nachfrage nach Schuldverschreibungen angekurbelt, wobei die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen auf 2,1 % und die Rendite 20-jähriger Staatsanleihen auf über 3,02 % gestiegen ist und damit neue Höchststände seit 27 Jahren bzw. 1999 erreicht hat. Das Finanzministerium steht daher vor einem Dilemma: Es muss eine kostengünstige Finanzierung aufrechterhalten, um den Haushalt zu stützen, aber es muss höhere Zinssätze akzeptieren, um den Wechselkurs zu verteidigen.
Jede Situation ist anders, daher ist es unrealistisch zu erwarten, dass Sie jedes Mal dem gleichen Muster folgen.
In den letzten 10, 20 oder sogar 30 Jahren hat sich das Wirtschaftswachstum, egal was wir getan haben, kaum verbessert, und es hat keinen Sinn, die bisherigen Praktiken fortzusetzen.
Wechselkurs ist nationale Sicherheit: Kosten für Waffenbeschaffung belasten den Haushalt
Gaos Stadtregierung hat zugesagt, die Verteidigungsausgaben auf 2 % des BIP zu erhöhen. Wenn der Yen weiter schwächelt, werden die Devisenkosten, die für den Kauf moderner Waffen aus den Vereinigten Staaten erforderlich sind, rapide steigen, was den Haushaltseffekt verwässert. Katayama betonte, dass die Aufrechterhaltung der Wechselkursstabilität zu einer nationalen Sicherheitsfrage geworden sei und dass Interventionsbefugnisse die „letzte Versicherung“ seien, um die Kaufkraft der Verteidigung zu schützen.
Da die Weihnachtsfeiertage näher rückten und die Liquidität zurückging, hat Katayamas harte Rede eine rote Linie für den Markt gesetzt, aber es bestehen immer noch Zweifel daran, wie lange die verbale Intervention aufrechterhalten werden kann. Außenstehende gehen davon aus, dass Japan, sobald der Abwertungsdruck wieder zunimmt, Devisenreserven in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar nutzen könnte, um seine „Ermessensbefugnis“ von einer Erklärung in eine substanzielle Intervention umzuwandeln. Zu Beginn des Jahres 2026 wird sich die Konfrontation zwischen der japanischen Regierung und globalen Leerverkäufern voraussichtlich verschärfen.